Garten der Phoenix

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEin Partnerschaftsprojekt mit Jugendlichen vom Kreisgymnasium Heinsberg (D) und der Phoenix High School Manenberg/Kapstadt (SA) in den Herbstferien 2010.

Beim ersten Austausch 2009 von Heinsberg nach Manenberg besuchten Schüler beider Schulen gemeinsam das Projekt „Harvest of Hope“ des südafrikanischen Vereins Abalimi Bezekhaya und es entstand die Idee, auf dem Gelände der Phoenix High School einen großen Gemüsegarten anzulegen. In der Nordwest-Ecke des inneren Schulgeländes fand sich das passende Gelände für den Garten, da dort einerseits ein alter Überseecontainer steht, der als Materiallager und „Gartenhäuschen“ dienen kann und andererseits hier schon zwei Seiten des zukünftigen Gartens eingezäunt sind.


PROJEKTTAGEBUCH

13.10.2010 | Nach der Ankunft der Heinsberger Schüler in der Deco Lodge in Woodstock begrüßt sie der Schulleiter der Phoenix, Shafiek Abrahams, und erklärt ihnen die besonderen Lebensumstände seiner Schüler.


OLYMPUS DIGITAL CAMERA14.10.2010 | Nach einer kurzen Kennenlern-Runde startet am ersten Arbeitstag an der Phoenix sogleich die Muskelarbeit. Für die Einzäunung der beiden „freien“ Seiten weden alte Zaunstücke vom äußeren Schulgelände herbei geschafft, wo diese vor einigen Jahren schon einmal zur Begrenzung eines Gartens gedient hatten. Sogar ein alter Eckpfosten wird mitsamt des Betonfundaments ausgegraben und im neuen Garten wieder „eingepflanzt“. Nach dieser Schwerstarbeit wird die Gruppe geteilt: die eine Hälfte der Heinsberger Schüler geht mit einer Gruppe interessierter Phoenixschüler in den Computerraum und startet dort mit der Erstellung persönlicher Profile, während die andere Hälfte „auf die Knie niedersinkt“ und das zukünftige Gartengelände von Gras und Unkraut befreit. In der Mittagspause gibt es für alle Arbeiter ein leckeres Lunch in der großen Halle mit der ersten Möglichkeit für die Schüler sich gegenseitig besser kennen zu lernen. Danach geht es mit vertauschten Gruppen wieder in Garten bzw. Computerraum.

Am späten Nachmittag lädt Stacy vom Edith Stephens Wetland Park die Heinsberger Schüler gemeinsam mit der Gruppe der diesjährigen Abiturienten, die beim Vorjahresaustausch die Wasserhyazinthen bekämpft hatten, in „ihren“ Park ein. Sie zeigt uns ihren „Terminator“, ein Amphibienfahrzeug, das den Wasserhyazinthen nun endgültig den Garaus macht! Stacy ist davon überzeugt, dass sie diese teure Maschine nur erhalten hat, weil die Schüler das Department of Environment im Vorjahr mit ihrer couragierten Arbeit im Wasser des Parks beeindruckt hatten!


15.10.2010 | Trotz einiger Muskelkater wird bis zum vorzeitigen Schulschluss (wegen des Freitagsgebets) fleißig Unkraut gezupft und Zaunpfosten einbetoniert.


18.10.2010 | Nach dem Wochenende machen einige Unentwegte mit dem Gras- und Unkrautzupfen weiter, die meisten Schüler versammeln sich allerdings gemeinsam mit allen 800 Phoenix-Schülern in der großen Halle, um die diesjährigen Abiturienten zu feiern. Dafür wird anschließend eine Extraschicht eingelegt und das Zaunbauteam kann am Nachmittag vermelden, dass alle Pfosten lotrecht und in gerader Linie felsenfest in der Erde stehen.

Anschließend führen uns mehrere Mitarbeiter von Selfhelp Manenberg zu Fuß durch ihr Viertel. Wir sind an sich schon eine große Gruppe (25 überwiegend weiße „Figuren“). Uns schließen sich auf unserem Weg dann aber auch noch mindestens ebenso viele Kinder an, so dass wir schnell zu einem Großereignis in Manenberg werden!


OLYMPUS DIGITAL CAMERA19.10.2010 | Der „harte“ Kern der Phoenix-Gartengruppe besucht gemeinsam mit den Heinsberger Schülern und jede Menge weiterer Interessierter das Abalimi-Projekt „Harvest of Hope“. Rob Small, Direktor von Abalimi, zeigt einen großen Gemüsegarten an einer High School in Phillippi, die Packstation für das frisch geerntete Gemüse und die Abalimi-Gärtnerei in Nyanga.

Nach diesem hoch motivierenden Ausflug geht es auch im Phoenix-Garten weiter: entlang des geplanten Zaunes wird ein Wurzelschutzstoff 60 Zentimeter tief in den Boden eingegraben. Dieser soll zum einen das Wiedereindringen des Grases vom Nachbargrundstück verhindern und hoffentlich auch die Maulwürfe abhalten, sich im Garten am Gemüse zu laben.


Phoenixgarden_3320.10.2010 | Feierstunde zur 10-Jahres-Feier der Aachen-Kapstadt-Partnerschaft im Civic Centre. Leider dürfen die Phoenix-Schüler nicht teilnehmen, da die Feier während der Unterrichtszeit stattfindet und die Gouverneurin Helen Zille nach einem 3-wöchigen Lehrerstreik verfügt hat, dass kein Schüler die Schule während des Unterrichts verlassen darf. Nach zähem Verhandeln wird es für die Schüler der Partnerschaftsschulen in Manenberg und Grassy Park zur 10-Jahres-Feier nun aber am 23.10. einen Ausflug zum Cape Point geben!


OLYMPUS DIGITAL CAMERA21.10.2010 | Endlich kann gepflanzt werden. Talfryn Harris vom Novalis Ubuntu Institute, der dem Gartenteam auch in den vergangenen Tagen schon mit Rat und Tat zur Seite stand, hat 16 Obstbäume, Obststräucher, Erdbeeren und Kampher mitgebracht. Gemeinsam wird der Garten designt, mit einem zentralen Weg vom Container bis zum hinteren Gartenende und einen runden Platz in der Mitte. Die Bäume säumen Weg und Platz, die Sträucher werden in Containernähe gepflanzt. Sogar ein paar Weinreben hat Talfryn besorgt, die nun direkt am Zaun hoch wachsen sollen.

Das Zaunbauteam befestigt die Zaunelemente an den Pfosten, es fehlt allerdings noch ein Stück rechts und links vom Container. Das fehlende Stück Zaun spendiert uns der Edith Stephens Wetland Park, ebenso wie 100 Papyrus-Pflanzen, die als Windbreaker entlang des Zaunes gepflanzt werden.

Bis kurz vor 17 Uhr hat der „harte“ Kern des Gartenteams der Phoenix mit den Heinsberger Gästen gewerkelt … und nun sieht der Garten auch endlich wie ein solcher aus!


23.10.2010 Ausflug ans Kap!

OLYMPUS DIGITAL CAMERANach der tagelangen Gartenarbeit haben sich die Phoenix-Schüler diesen Ausflug redlich verdient. Die Stadt Kapstadt hat uns einen „Golden Arrow“-Bus mit 60 Sitzplätzen spendiert und so können neben den Manenbergern auch die Gartenkinder aus dem Projekt „Healthy Schools in Grassy Park“ mit fahren. Mit leichter Verspätung geht es um 9:30 Uhr an der Phoenix los, werden zwischen 10:00 und 10:30 die Schüler der Perivale, Fairwiew und Parkwood-Grundschule in Grassy Park eingesammelt, so dass der Bus um 11:45 Uhr den Cape-Nationalpark erreicht. Hier werden erst einmal die Lunchpakete verteilt, geöffnet und verspeist. Ein besonderer Dank dafür an die Spenderin Grace Stead. Die neuen Freunde aus Heinsberg stoßen hier zur Gruppe dazu, so dass sich nun 75 Gartenenthusiasten gemeinsam hoch zum Leuchtturm begeben. Manche sind danach schon außer Atem, aber der Weg führt von dort wieder hinab auf den Klippen an der Küste entlang zum Kap der Guten Hoffnung. Hier trauen sich einige sogar ins kalte Atlantikwasser. Auf dem Rückweg darf natürlich ein Stopp in Boulders bei den Pinguinen nicht fehlen. Zufrieden und müde geht es nach einem ganz besonderen Tag zurück in die Cape Flats.


 OLYMPUS DIGITAL CAMERA25.10.2010 | Seit drei Tagen funktioniert in der Phoenix endlich das Internet wieder und so wird der letzte Vormittag der Heinsberger zu einem Intensivkurs genutzt. Die deutschen Schüler erklären ihren südafrikanischen Freunden, wie sie eine e-mail-Adresse und ein Facebookprofil anlegen. Nun können sie auch über die große Distanz in regem Kontakt bleiben. Am Nachmittag kommt der Minibus von Selfhelp Manenberg zur Phoenix und so können die Phoenixschüler mit zum Flughafen kommen und die Heinsberger dort gebührend verabschieden. Die meisten sind zum ersten Mal auf dem Flughafen, der nur ein paar Minuten von Manenberg entfernt liegt … und sie malen sich schon aus, wie es sein wird, wenn sie nächstes Jahr im Juni selbst von hier nach Deutschland aufbrechen, um ihre Freunde in Heinsberg zu besuchen…

Die Jugendlichen aus Manenberg müssen nun gemeinsam mit ihren Lehrern den Garten bewirtschaften. Talfryn Harris möchte ihnen weiterhin mit seinem fachmännischen Rat dabei zur Seite stehen und einmal wöchentlich mit dem Gartenteam arbeiten. Dabei will er sie mehr und mehr an das komplexe Thema „Gesunde Ernährung“ heranführen und die Gartenarbeit in Kooperation mit den Lehrern im Schulcurriculum verankern. Die Vermarktung des angebauten Gemüses soll zu Beginn über die Lehrer- und Elternschaft direkt erfolgen. Bei Erfolg des Gartenprojekts soll im weiteren Verlauf eine Schülerfirma gegründet werden, die das Gemüse an Harvest of Hope von Abalimi Bezekhaya verkaufen soll. So können die Schüler auch betriebswirtschaftliches Handeln im Garten erlernen.

Inzwischen wurde ein Bohrloch gegraben und mit einer Wasserpumpe verbunden. Damit sollen zwei vorhandene Wassertanks gefüllt werden, die auf dem Containerdach befestigt werden. Die Tanks werden mit einem Tropfschlauchsystem verbunden, so dass eine kontinuierliche Bewässerung gewährleistet werden kann.

Bis hierhin konnte das Projekt durch die großzügige finanzielle Unterstützung und tatkräftige Mithilfe vor Ort von Ralf und Isabelle Jacobs, die Spende von Joe Gelück, die Unterstützung von MISEREOR sowie die ehrenamtliche Arbeit von Talfryn Harris vom Novalis Ubuntu Institute und Norbert Kuntz von Stadtoasen e.V. durchgeführt werden.

Zur Fortführung der begonnen Arbeit benötigen der Garten und die Jugendlichen der Phoenix jedoch weitere finanzielle Mittel für Gartengeräte, Komposttonnen, Kompost-Muttererde, Saatgut, Gemüsesetzlinge und fachmännische Betreuung.

Daher bitten wir Sie um Ihre Unterstützung für den “Garten der Phoenix” in Kapstadt.

Geben Sie bei Spenden an den Förderverein bitte unter Verwendungszweck „Phoenixgarten“ an,

Vielen Dank


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