Tisch und Bänke

Am Freitag, den 26.9.2014 trafen 13 erschöpfte Heinsberger in Kapstadt ein. Zehn Schüler und ihre drei erwachsenen Begleiter wurden von Schülern und Lehrern der Phoenix High mit Transparenten in Deutsch empfangen. Das Eis schien sogleich gebrochen!

Die deutsche Gruppe nutzte den Samstag für erste touristische Erkundungen. Am darauffolgenden Tag fand ein gemeinsamer Ausflug nach Hermanus statt. Die deutschen und südafrikanischen Schüler wuchsen an diesem Tag schon zu einer richtigen Einheit zusammen. Auf der Rückfahrt im Bus wurde viel getanzt und gelacht!

Da für die Phoenix-Schüler die Examenswoche bevorstand, hatten die Heinsberger ein Solo-Programm mit Norbert: District Six Museum, Stadtführung, Abalimi-Tour, Kiddies College (Vorschule in Observatory), Robben Island, Buffelsfontein-Safari, ein Tag in Langa und eine Wanderung auf den Tafelberg.

Das zweite Sonntagsprogramm hatten die Phoenix-Schüler zusammengestellt: die Erwachsenen trafen sich im Haus des Konrektors Jeremy Ontong zum Potjekos-Braai. Die SchülerInnen amüsierten sich im „Grand West“ bei Schlittschuhlaufen, Bowling und Kino.

Montag bis Mittwoch der zweiten Woche waren die Projekttage im Edith Stephens Wetland Park. Die Schüler lernten viel über die Natur im Park, den Naturschutz und den Einfluss des menschlichen Verhaltens in den Cape Flats auf die Natur. Anschließend wurden Bänke gebaut. Unter Russels Anleitung entstanden aus dem „Abfall“ einer kleinen Möbelfabrik – fachgerecht zusammengezimmert – drei Bänke und ein Tisch.
Tisch und Bänke wurden auf dem Schulhof der Phoenix einzementiert – sie sollen bis zum nächsten Schüleraustausch in 2 Jahren dort stehen und benutzt werden. Dank der großzügigen Spende der Fabrik ist noch ausreichend Material vorhanden, um weitere Bänke zu bauen.

Mekayela (Phoenix-Austauschschülerin von 2011) zeigte den Heinsbergern dann noch die Siedlung in Lansdown, in der sie lebt: ein „informal settlement“ mit etwa 10 qm großen Wellblechhütten für eine mehrköpfige Familie, die Schlaf-, Wohn- und Essraum gleichzeitig sind. Auf der Rückfahrt war es in den Autos ausnahmsweise äußerst still.

Am Abend gab es ein unglaubliches Spektakel als Kontrastprogramm: Abi-Ball der Phoenix. Die Zulassung zum Abitur wird hier als Meilenstein im Leben der Manenberger, den nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung erreicht, pompös gefeiert.

Da im Tisch-und-Bänke-Projekt extrem kostensparend gearbeitet wurde, konnte zum Abschluss des Austauschs nocheinmal der große Reisebus gemietet werden. Mit diesem fuhren Alle gemeinsam zum Kap der Guten Hoffnung, um dort einen wunderschönen Tag zu erleben.

Nach exakt zwei Wochen gab es am Flughafen herzliche Verabschiedungen – manche wollten andere gar nicht gehen lassen und manche wollten am liebsten auch noch etwas da bleiben. Aber schließlich stiegen doch alle Heinsberger in das Flugzeug nach Frankfurt.

Insgesamt war der diesjährige Austausch ein großer Erfolg. Die Schüler haben sich erstaunlich gut miteinander verstanden, es gab keine Grüppchenbildung (Deutsche hier – Südafrikaner dort). Und: Der Enthusiasmus für den Rückaustausch im kommenden Jahr ist riesengroß. Von Jeremy Ontong wurde die Latte hoch gelegt: es soll versucht werden, mit 10 Manenbergern im kommenden Jahr nach Deutschland zu fliegen! Das Interesse beim Lehrerkollegium der Phoenix war diesmal auch wesentlich größer als in den Vorjahren. Bei den Touren waren 4 bzw. 6 Lehrer mit dabei, auch beim Abitur-Ball waren viele an Kontakten interessiert. Das lässt für die Zukunft der Schulpartnerschaft und den nächsten Austausch nach Deutschland in 2015 hoffen.