ASA-Projekt 2012

asa-2

ASA-Süd-Nord-Projekt
„Konzepte für benachteiligte Jugendliche auf dem Weg in den Arbeitsmarkt“

Die Nordphase dieses Projektes wurde durchgeführt vom 2. April 2012 bis zum 30. Juni 2012. In dieser Zeit waren Claire Hiles und Samantha Lottering von der Partnerorganisation des Welthauses „Selfhelp Manenberg“ aus Kapstadt in Aachen, um sich gemeinsam mit ihren beiden deutschen Kollegen Mira Kremers und Tim Meyer über verschiedene Förderprojekte am Übergang von der Schule zum Beruf zu informieren. Während ihres Aufenthalts in Aachen erkundete das ASA-Team insgesamt zehn verschiedene Projekte, von berufsorientierenden Maßnahmen über Mentorenprojekte bis hin zu speziellen Angeboten für arbeitslose Jugendliche. Außerdem stand ein Besuch beim Jobcenter der Städteregion Aachen auf dem Programm.

Es war schwer, einen Überblick über die Vielzahl der Projekte zu gewinnen, weil viele davon nebeneinander bestehen. Das Team kam zu dem Ergebnis, dass das Problem der Jugendarbeitslosigkeit zu komplex ist, als dass eine einzige Maßnahme die Lösung darstellen könnte. Es fehlt vielen benachteiligten Jugendlichen an familiärer Unterstützung und den notwendigen beruflichen Qualifikationen. Außerdem geht die Anzahl der Arbeitsplätze für Ungelernte stark zurück. So fehlen vielen jungen Menschen die Startvoraussetzungen für den Berufseinstieg. Leider besteht zwischen den Bildungs- und Beschäftigungsträgern ein starker Konkurrenzdruck und viele Förderprojekte sind kurzzeitig befristet.

asa-1

Mira, Tim, Sam & Claire

Die Erfahrungen aus der gemeinsamen Arbeit wurden in einer Power-Point-Präsentation zusammengefasst und der Koordination der Partnerschaft Aachen –Kapstadt vorgestellt. In der letzten Juni-Woche 2012 fand eine öffentliche Veranstaltung statt, die sich mit den Lebensbedingungen in Manenberg auseinandersetzte. Es wurde ein Dokumentarfilm über Manenberg gezeigt, der einen Abschnitt im Leben zweier Jugendlicher sehr intensiv und hautnah darstellte. Im Anschluss daran beantworteten Clare Hiles und Samantha Lottering die Fragen des Publikums, die sich vor allem mit den Projekten von „Selfhelp Manenberg“ beschäftigten. Von September bis Dezember fand die Südphase statt. Mira Kremers und Tim Meyer hielten sich in dieser Zeit in Kapstadt auf. Die Partnerorganisation „Selfhelp Manenberg“ liegt mitten im ehemaligen Township Manenberg, das in den 1960er Jahren als Wohnsiedlung für die farbige Bevölkerung errichtet wurde. „Selfhelp“ befand sich im Jahr 2012 in einem Umstrukturierungsprozess, der zeitweilig mit einem Ausfall aller Einnahmen einherging. Beiden ASA-Südteilnehmerinnen war gekündigt worden, ebenso dem vorgesehenen Ansprechpartner für das ASA-Projekt. Die Direktorin stand zwar als Ansprechpartnerin zur Verfügung, doch sie war meistens mit dem Neuaufbau der Einrichtung beschäftigt. So fehlte es an kontinuierlichen Anleitungstreffen, fachlicher Unterstützung und Struktur.

Aufgrund dieser Gegebenheiten war es schwer, thematisch einen Anschluss zur Nordphase herzustellen. Die beiden TeilnehmerInnen mussten improvisieren, z.B. machten sie begleitete Spaziergänge durch Manenberg, um möglichst viele Eindrücke von dem Leben der Menschen zu bekommen. Im Büro von Selfhelp Manenberg fanden viele Gespräche mit den verbliebenen Mitarbeitern statt über gesellschaftliche Themen wie Armut und Bildung, Bandenkriminalität, Drogen und Rassismus.

asa-3

Selbsthilfegruppe junger Mütter in Manenberg

Das Team besuchte Schulen, begleitete einen Sozialarbeiter bei seiner Arbeit mit Jugendlichen und erkundete eine Organisation, die Arbeitslosen beim Aufbau einer eigenen kleinen Firma hilft. Außerdem besuchten Beide wöchentlich eine Selbsthilfegruppe junger Mütter aus Manenberg. Dort gewann das Team wertvolle Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Frauen, die im Monat mit sehr wenig Geld auskommen müssen und oftmals häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Das Team führte Interviews mit arbeitslosen Jugendlichen und befragte Projektträger, die sich mit arbeitslosen Jugendlichen beschäftigen.

Das gesamte Projekt mit Nord- und Südphase wurde auf der Partnerschaftskonferenz im Welthaus am 22.3.2013 vorgestellt und im Rahmen einer Veranstaltung an der Katholischen Fachhochschule Aachen am 18.4.2013. Das ASA-Projekt wurde finanziell unterstützt durch die GIZ, die Stadt Aachen und den Förderverein der Agenda 21 Partnerschaft Aachen-Kapstadt.