Bauwagen goes South

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Seit 2002 rollt der Stadtoasen-Schüler-Bauwagen durch die Region Aachen. Dort wo er Halt macht, gestalten Schüler, Eltern und Lehrer in Zusammenarbeit mit dem Verein Stadtoasen e.V. Schulhöfe nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder um.

Im Frühjahr 2004 waren die beiden Südafrikaner Nosisa Merile und Mbuso Shandu drei Monate bei Stadtoasen in Aachen und lernten das deutsche Bauwagenprojekt kennen. Gemeinsam mit den beiden Aachener Studenten Helene Hüttinger und Sven Daniels übertrugen sie von September bis November 2004 die Bauwagen-Idee auf die Verhältnisse in den Townships von Kapstadt. In einem Pilotprojekt in Khayelitsha planten sie mit den Kindern ihren Schulhof neu, pflanzten Blumen und Bäume, bemalten eine Wand und bauten eine Wippe und Podeste. (siehe hier Bauwagen 2004 in Aachen und in Kapstadt)

Das zweite Projekt folgte von März bis Mai 2006 an einer Schule für körperlich- und geistig behinderte Kinder. Die beiden Praktikanten Holle Wlokas und Bastian Wyink gestalteten mit Unterstützung von Nosisa und Mzu des südafrikanischen Partnervereins SEED gemeinsam mit den Schülern, Eltern und Leh-rern das Schulgelände um. Dabei wurden eine Wiese, Schatten spendende Bäume und eine Windschutzhecke gepflanzt, ein Schulgarten angelegt und Spiel-möglichkeiten geschaffen (Schaukel, Wippe, Tunnel aus alten LKW-Reifen). Hier der Bericht über den Bauwagen 2006

Das Bauwagen-goes-South-Projekt 2008 fand von Februar bis Mai im Coloured-Township Grassy Park statt. Der umgestaltete Schulhof wird nicht nur von der Fairview Primary School, sondern auch von einem benachbarten Heim für Blinde, genutzt. Im Rahmen dieses Projekts legten die beiden Projektleiterinnen Melina Frese und Inka Mertes zusammen mit den Schulkindern einen Sinnespfad mit zwei Fußtastbereichen und Hochbeeten mit Kräutern zum Riechen, Tasten und Schmecken an. Dieser dient zur Sinnesentfaltung der blinden und sehenden Kinder. Außerdem entstanden weitere Nutzgärten mit Gemüsebeeten, ein offenes Klassenzimmer und Spielflächen mit Schaukeln und Wippen. Gemeinsam mit zwei Künstlern aus Guguletu gestalteten die Kinder auch eine Wand eines Schulgebäudes zum Thema Nutzgärten.

Die Fairview Primary School begann außerdem eine Partnerschaft mit der Schule am Lousberg in Aachen. Kinder und Lehrer stehen inzwischen in regem Kontakt miteinander. Mit den Trikots aus Aachen wurde die Fairview-Mädchenmannschaft dann 2009 auch gleich Stadtmeister!

Der Garten der Fairview Primary School ist ein Vorbild für die nähere Umgebung geworden. In der Schule hat sich nicht nur das Wissen um einheimische Pflanzen, sondern auch die Ernährungssituation verbessert. Der Wunsch der Schule und unserer Partner in Kapstadt war es, das Projekt in den kommenden Jahren auszuweiten und mit einem Schneeball-System sowohl die Lehrer und Hausmeister, als auch interessierte Eltern der Schüler weiterzubilden. So wurden in einem ersten Schritt 2010 drei, in weiteren Schritten die „restlichen” neun Schulhöfe in Grassy Park umgestaltet.

Das 2010-Projekt Gesunde Schulen in Grassy Park zielte darauf ab, eine Kombination von Gärten und Trimmparks an den Schulen zur Verbesserung der Gesundheitssituation (Schaffung von Bewegungsflächen und Anpflanzung von Obst und Gemüse zur gesunden Ernährung) anzulegen.