colOURful bus SHELTERs

busshelter_mural global

Ein soziales und ökologisches Kunstprojekt mit Kindern und Jugendlichen in Kapstadt

2009, Manenberg | Das Projekt colOURful busSHELTERs wurde als sozial-ökologisches Kunstprojekt im Zeitraum vom 20. März bis 20. Mai 2009 von Uta Göbel-Groß (Künstlerin + Kunstpädagogin, MURAL Global artist) und Norbert Kuntz (Biologe, Bauwagen-goes-South-Projektleiter) durchgeführt. Adressaten waren Schüler der Jahrgangsstufe 9 der Phoenix Secondary School im Farbigen-Township Manenberg. Ca. 50 Schüler der Schule nahmen teil.

Unterstützung vor Ort gab es von Selfhelp Manenberg, der Partnerorganisation des Welthauses, den städtischen Mitarbeitern des Edith Stephens Wetland Park (einem angrenzenden Naturreservat) und dem lokalen Künstler Steven van Niekerk.

Eingeteilt in Gruppen, wurde mit den Schülern jeweils ca. anderthalb Wochen gearbeitet. Zu Beginn jeder Arbeitsphase wurde im Edith Stephens Wetland Park ein 2-3-tägiger Workshop abgehalten, bei dem die Schüler einerseits ökologischen Unterricht über den Park erhielten und andererseits in Mal- und Zeichentechniken eingeführt wurden. Die meisten Schüler hatten noch nie im Leben Pinsel in der Hand gehabt, geschweige denn in der Öffentlichkeit gemalt! Inhaltlich wurde zu Themen gearbeitet: „Natur im Wetland – Pflanzen und Tiere“, „Wer bin ich?“, „Regenbogen-Nation“, Musik und Kultur – die „Kaapse Klopse“, „Phönix aus der Asche“ – das Emblem der Schule mit dem Slogan „Knowledge is Power“.

Aus den gemeinsamen und individuellen Entwürfen der Schüler entwickelten sich die Konzepte für die Gestaltung der Bushaltestellen, über die die Schüler diskutieren und entscheiden konnten. Dann ging es jeweils für einige Tage nach draußen an die Gestaltung der Buswartehäuschen. So entstanden aus schmutzigen, beschmierten, dunklen „Betonschalen“ weithin sichtbar leuchtende, bunte Bushaltestellen. Die Bemalung der Wartehäuschen erregte nicht nur die Aufmerksamkeit der Busbenutzer, sondern der gesamten Bevölkerung der ansonsten tristen Umgebung in Manenberg. „That makes a difference“ – einer der häufigsten Kommentare, verbunden mit dem Versprechen, sich um die Wartehäuschen zu kümmern, denn „endlich tut mal jemand etwas Positives für unseren Stadtteil!“ Mehrere Zeitungsartikel berichteten sehr positiv über das Projekt, das Manenberg mehrmals in den Focus öffentlichen Interesses stellte.

Den ideellen Wert des Projekts für die Schüler brachte Mr. Abrahams, der Schulleiter der Phoenix Secondary School, in der Abschlussfeier auf den Punkt: „Vor dem Projekt wart ihr wie die Bushäuschen, von niemandem beachtet, leer und unwissend, was in euch steckt. Dann habt ihr gelernt, mit Farben umzugehen und eure Ideen auszudrücken. Ihr habt zu unser aller Freude die Bushäuschen zu bunten Flecken in unserem grauen Alltag gemacht, die mich jeden Morgen fröhlich stimmen, wenn ich zur Schule fahre. Nun liegt es an euch, dass ihr mit dem, was ihr gelernt habt und in der Schule noch lernen werdet, euer eigenes Leben ebenso farbenfroh gestaltet wie die Buswartehäuschen.“

Das Projekt beinhaltete weit mehr, als “lediglich” die künstlerische Gestaltung von hässlichen Buswartehäuschen in einem der am meisten benachteiligten Stadtteile Kapstadts. Die Schüler lernten die Natur in ihrer direkten Umgebung kennen, sie wurden angeleitet, eigene Ideen, Gedanken und Visionen kreativ zu formulieren und sie sollten erfahren, dass sie in der Lage sind, ihre zumeist triste Wohnumgebung zu verändern. Der Name „colOURful busSHELTERs“ ist Programm, war also mit Bedacht gewählt und integriert die Begrifflichkeit „OUR SHELTER“ als essentiellen Inhalt.

HIER können Sie die Wochenberichte der beiden Projektleiter, die sie zu einem Projektbericht zusammengefasst haben, nachlesen.