Welthaus – Bahnhof Schanz

640px-Aachen_Graffiti_am_Haltepunkt_Schanz-Norbert Schnitzler
Foto: ©Norbert Schnitzler

2005, Aachen | Die Erstellung des Wandbildes am Welthaus war Teil der Veranstaltungsreihe „Öcher South African Summer“ zur Feier des 5-jährigen Bestehens der Agenda 21-Partnerschaft Aachen-Kapstadt.

06. – 10.05.2005 KÜNSTLERINNEN-WORKSHOP: Mit der Swap-Methode entstanden Entwürfe für das Wandbild, die untereinander und mit den “Bewohnern” des Welthauses diskutiert wurden …

WANDBEMALUNG 11.05. – 18.05. 2005: Entgegen ihrer sonst üblichen Arbeitsweise hatten die KünstlerInnen nach ihrem Workshop entschieden, diesmal mit den “Backgrounds” – der großflächigen Farbgebung der Wand – zu beginnen. Dabei ergab sich eine Dreiteilung der Wand. Nach dem “Grundgerüst” im Hintergrund und der klaren Townshipstruktur auf der rechten Wandseite gestalteten die Künstler überlebensgroße Figuren und weitere, teilweise versteckte Details – alles zu entdecken aus der Augenhöhe der Bahnfahrer in den Doppelstockzügen.

Alle Probleme auf dem Weg zur künstlerisch gestalteten Welthauswand wurden gelöst – die Organisatoren bewegten die Deutsche Bahn zu Fahrplanänderungen während des Auf- und Abbaus des Gerüsts, die Künstler trotzten dem schlechten Wetter, ihrer “Höhenangst” und praktizierten partnerschaftliches Arbeiten unter erheblichem Zeitdruck.

Offizielle Einweihung des Wandbildes

Die Schirmherrin der Partnerschaft, Bürgermeisterin Sabine Verheyen, weihte gemeinsam mit dem Koordinator des Öcher South-African Summer, Norbert Kuntz und der Koordinatorin der Partnerschaft aus Kapstadt, Grace Stead unter musikalischer Begleitung der afrikanischen Tanzgruppe Acid Coco auf dem Bahnsteig des Haltepunkts Aachen-Schanz das Wandbild während des Welthausfestes zur 5-Jahres-Feier der Partnerschaft am 21.05.2005 ein.

HIER können Sie in einem Auszug aus der Dokumentation des Öcher South-African Summer weitere Fotos sehen.

Erläuterungstext der Künstlerinnen auf den Postern in den Schaukästen am Bahnsteig des Bahnhofs Schanz:

„Ein großer roter Platz, fast menschenleer, nimmt einen großen Teil des Wandbildes ein. Bewegter Himmel, architektonische Strukturen, in denen sich Hochhäuser wie Hütten erkennen lassen – eine große ungewöhnliche Landschaftsmalerei. Die einsame graublaue Figur sitzt hervorgehoben unter einem Lichtkegel, allein, untätig. Im Vordergrund befinden sich Figuren verschiedener kultureller Zugehörigkeiten und bildnerischer Ausdrucksformen – auch sie stehen einsam in der roten Farbe. Sie haben weder in ihren Proportionen einen Bezug zueinander, noch sind sie mit Blicken oder Gesten miteinander verbunden. Man vermutet das pulsierende Leben eher im Gewirr der bunten Hütten. So wird diese Hüttenlandschaft zum eigentlichen Zentrum des Bildes. Sie suggeriert Offenheit für das Improvisierte, Faszination für das Farbige und Vielschichtige, einen Weg aus der Einsamkeit des perfekt durchorganisierten Lebens – das hier, bei uns, stattfindet“.