Aktuelles

Ein Gespräch mit Lutz van Dijk

Am 8. April 2021 sprachen wir im kleinen Kreis mit Lutz van Dijk über die Lage in Kapstadt – wir wollten Aktuelles erfahren und einige Hintergründe ausleuchten. Lutz  ist Autor zahlreicher Jugend- und Sachbücher, er gründete und leitet das Kinderheim HOKISA in Masiphumelele. Oft war er in Aachen zu Lesungen zu Gast und bereichert unsere Partnerschaft durch seine Sachkenntnis und Empathie. Das Gespräch haben Teilnehmende zum Nachlesen zusammengefasst (pdf: Gespräch mit Lutz 2021-04-08)

Und der aktuelle Newsletter ::: Newsletter 31 März 2021

Der „Brigitte-Gilles“-Sonderpreis 2020 für eines unserer Projekte: Hlumani – der Zukunft eine gerechte Chance geben

Die Architekturstudentin Jenny Krichel und Nika Stützel vom Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur wurden mit dem Brigitte-Gilles-Sonderpreis der RWTH Aachen ausgezeichnet. Dieser Preis richtet sich an innovative Projekte, die einen wesentlichen Beitrag zur Frauenförderung leisten. Mit dem Hlumani Projekt, das ein Community- und Agro-Center für den Moya we Khaya Garten in Khayelitsha vorsieht, wird genau dieses Ziel verfolgt. Der Wunsch für die Planung kam 2018 aus den Reihen der Farmerinnen. Dank Jennys Engagement mit den Farmerinnen vor Ort und der Weiterbearbeitung als Studienprojekt an der RWTH konnte eine erste Planungsvision für Hlumani entstehen. – Mit dem Preisgeld von 2.500 € soll eine junge Frau aus dem Hlumani-Umfeld an einem Start-Up-Training für Urban Farmer teilnehmen und damit die Weiterentwicklung von Hlumani unterstützen.

Auch bei uns mussten viele Termine abgesagt werden. Wir passen Projekte an und planen Veranstaltungen um!

Die Koordinationstreffen finden z.Zt. per Zoom statt. Interessierte melden sich bitte über den Kontakt auf dieser Seite, wir schicken ein Link.

Von der Mitgliederversammlung am 13. November 2020 gibt es eine Zusammenfassung im PDF-Format (Mitgliederbereich).

Brand im Township: Kurz vor Weihnachten 2020 hatte es im Township Masiphumelele gebrannt. Unser Freund Lutz van Djik schrieb dazu einen Artikel für die taz, den wir hier veröffentlichen dürfen: Masi-Brand-LVD taz 21-12-2020 Lutz schrieb einige Tage später: “Die nationale Wohnungsministerin besuchte am 22.12. Masiphumelele und versprach den Opfern des letzten Brandes, dass statt wieder nur Nothilfe 2.800 Wohnungen gebaut werden sollen – bis April 2021.” Wir alle hoffen, dass dies kein Weihnachtsmärchen ist. (Spenden für das Kinderheim sind über den Förderverein Hokisa in Bonn möglich)

Veröffentlichung zu unseren Erfahrungen: In der Zeitschrift “Entwicklung und Zusammenarbeit” ist über das gemeinsame und voneinander Lernen in der Kooperation der Kommunen (KEZ, s.u. und unter Projekte) eine Zusammenfassung der Erfahrungen erschienen. Der Artikel hier als pdf: LERNEN in EZ

Das Wandmalprojekt  zum Thema ´Brücken schlagen` an der neuen Brücke (Anfang der Erzberger Allee, in der Nähe der Maria-Montessori-Gesamtschule) ist fertiggestellt – hier die Dokumentation Worldlab November 2020

Noch vor den Feiertagen und dem Ferien-Lockdown gab es einen weiteren Kunst-Workshop zu den SDGs mit Uta Göbel-Groß an der Heinrich-Heine-Gesamtschule und am Berufskolleg Käthe Kollwitz! Wir freuen uns, dass das Thema Nachhaltigkeit Interesse findet, und mit Kunst am Beispiel der Partnerschaft fassbar werden kann.

In der harten Zeit der Corona-Krise konnten wir in Kapstadt spontan Suppenkücheninitiativen unterstützen. (s. Projekte)

Wie gestaltet sich die Partnerschaft während der Corona-Zeit?

Die Kommunikation mit unseren Projektpartner*innen in Kapstadt und Umgebung ist durch die Corona-Pandemie eingeschränkt. Zwei Aachener wollten im Frühjahr 2020 (=  Herbst dort) in den Townships Projekte besuchen, die wir mit Spenden aus dem Aachener Klimaticket unterstützen, mussten in ihrer Unterkunft bleiben. Sie konnten kein einziges Projekt aufsuchen. Weiße Europäer*innen, die die Krankheit ins Land geschleppt hatten, standen unter Generalverdacht, waren nicht willkommen und auch die beiden Aachener warteten lange, ehe sie wieder nach Deutschland fliegen konnten. Unsere Partner*innen hatten andere Sorgen, die immer existentieller wurden….

Die Menschen in den Townships sind der Krisen-Situation und den Einschränkungen in einem Ausmaß ausgeliefert, das wir uns nur annähernd vorstellen können. Der Lockdown ist in Kapstadt deutlich radikaler als bei uns. In den „shacks“ ist es unmöglich, in irgendeiner Form Abstand voneinander zu halten. Fließendes Wasser zum Händewaschen ist oft nur an einer Wasserstelle, die sich viele teilen müssen, bei einem oft nur tröpfelnden Wasserhahn möglich. Um zur Arbeit zu kommen, muss man sich in den Zug oder ein Minitaxi quetschen. ….. Wie will man unter diesen Umständen Ansteckungen vermeiden? Wie will man Gelegenheitsjobs finden, wenn Arbeitslosigkeit zu den Lebensbedingungen gehört? Wie kann eine Familie diese Zeit überleben?

Wir hoffen, dass die/der eine oder andere noch etwas säen oder pflanzen konnte, was die Ernährungslage während des kommenden Winters wenigstens etwas verbessert. Wir fürchten aber, dass kaum jemand die Kraft dazu hat, da der Herbst zu allem anderen Stürme und Überschwemmungen mit sich brachte, die große Verwüstungen anrichteten.

Gemessen an dieser blanken Not und der Gefahr, die auch in den nächsten Monaten vom Corona-Virus ausgehen wird, ist vollkommen klar, dass alle Schulaustauschreisen abgesagt werden. Wie wir unsere partnerschaftliche Arbeit weiter ausgestalten können, muss sich entwickeln.